Archive for Januar, 2016

Mayotte: Wenn dich ein Maki nach der Uhrzeit fragt

Dienstag, Januar 26th, 2016

Der alleräußerste Rand Europas: Die Mahorais sind echte Franzosen, auch wenn sie vor Madagaskar leben.

Sie sprechen über Windrichtung und Wellengang und spekulieren darüber, wie der Tag verlaufen wird unter diesem tiefblauen, wolkenlosen Himmel. Dann graben die schwarzen, in bunte Tücher gehüllten Frauen ihre Füße in den feinen Sand, starren schwatzend aufs Meer und reiben dabei ihre Gesichter mit einer hellen Paste ein. Attoumani schaut mit lüsternem Blick in die Runde: „Für uns Männer ist die Mzindzano, die Schönheitsmaske aus Sandelholzgemisch, aufregender als ein knallroter Lippenstift. Sie schützt vor der Sonne und macht die Haut ganz zart. Je schöner eine Frau sich zurechtmacht, desto höher ist die gesellschaftliche Stellung ihres Mannes. Tut sie das nicht, schadet das dem Ansehen der Familie.“

Was für Fremde wie eine Theaterinszenierung aussieht, ist für Attoumani als Mahorais, also hier geborenen Inselbewohner, ein vertrauter Anblick: Frauen lehnen an meterbreiten, knorrigen Baobabstämmen, die aussehen wie erstarrtes Urgetier. Baobabs am Strand sind weltweit eine Seltenheit, sie wachsen meist in der Savanne oder in Trockenwäldern, hier stehen sie Schulter an Schulter mit Königspalmen, Bambusstauden und Takamaka, afrikanischen Tulpenbäumen. Selbst Botaniker können sich dieses seltsame Miteinander nicht erklären. Attoumani zieht die schwere, feuchte Luft tief durch die Nase, schaut noch immer zu den Frauen hinüber und beginnt zu rechnen: „Ich könnte mit meinem Einkommen und meiner Stellung zehn Frauen heiraten“, sagt der Vierundvierzigjährige. „Mein Vater hatte drei Frauen, mehr konnte er sich nicht leisten.“ Die Polygamie, seit Generationen auf der Komoreninsel Mayotte Alltag, kommt für ihn jedoch nicht in Frage. Zwar ist sie mittlerweile offiziell verboten, denn Mayotte ist seit 2011 das 101. Département Frankreichs und damit Mitglied der Europäischen Union. „Aber wie das so ist mit den Verboten, besteht der Reiz darin, sie zu umgehen. Und uralte Traditionen lassen sich nicht so einfach abschaffen. Ich jedoch bevorzuge die einfache Ehe und habe vier Kinder von einer Frau“, sagt Attoumani, was den gutaussehenden, durchtrainierten Mann sichtbar stolz macht.

Er lebt nicht nur monogam, er ist auch ehrgeizig und bekleidet eine Führungsposition in der Inselregierung, in der selten Mahorais, sondern meistens Metros, also Festlandfranzosen, angestellt sind. Doch um nicht nur im Büro zu sitzen, jobbt er zum Ausgleich als Wanderführer, klettert mit Touristen über Berge und streift durch die Tropenwälder im Landesinneren. Eine seiner Lieblingsstrecken zieht sich durch den Forêt Domaniale. Gut ausgebaute Pfade, nach europäischem Standard befestigt und ausgeschildert, schlängeln sich zwischen Riesenfarnen und Drachenbäumen, Nelkenbüschen, Kakaopflanzen, Palmen und Vanilleorchideen hindurch. Man kennt ihn und grüßt ihn mit dem traditionellen „Caribou“. Mal plaudert Attoumani mit einem Bauern, der auf dem Kopf einen Korb voller Papayafrüchte balanciert, mal tätschelt er eine Kuh, die im Schatten döst. Ab und zu begegnen ihm Waldarbeiter und nur gelegentlich Touristen.

 

Webseite:

http://www.faz.net/aktuell/reise

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Schnelle Dips für Raclette und Fondue

Samstag, Januar 16th, 2016

1 Portionen
Arbeitszeit: 30 Min.
Back-/Kochzeit: 10 Min.
Schwierigkeitsgrad: simpel
Kalorien p. P.: keine Angabe

Zutaten – das braucht ihr:

  • Cocktailsoße
  • 200 g Salatcreme oder Mayonnaise
  • 1 EL Schlagsahne
  • 2 EL Tomatenketchup
  • 1 EL Weinbrand oder Cognac
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Pfeffer
  • ½ TL Cayenne-Pfeffer oder Chilipulver
  • 3 Paprikastreifen als Garnitur
  • Kokos-Erdnuss-Dip
  • 150 g cremige Kokosmilch
  • 100 g Erdnussbutter
  • 1 fein gehackte Knoblauchzehe
  • 1 fein gehackte Chilischote
  • ½ TL Salz
  • Honig-Senf-Dip
  • 150 g saure Sahne
  • 3 EL Salatcreme oder Mayonnaise
  • 3 EL flüssiger Honig
  • 2 EL mittelscharfer Senf
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Pfeffer
  • Kräuter-Dip
  • 2 Scheiben Toastbrot oder Brötchen
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Essig (Wein- oder Balsamico)
  • 200 ml Olivenöl
  • 1 Bund gemischte Kräuter (z. B. Petersilie, Schnittlauch, Dill, Rosmarin oder Thymian)
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Pfeffer

So geht’s:

Cocktailsoße: In eine Schüssel Salatcreme oder Mayonnaise, Schlagsahne, Tomatenketchup und Weinbrand bzw. Cognac geben. Mit Salz, Pfeffer und Cayenne-Pfeffer bzw. Chilipulver würzen. Alles gründlich miteinander verrühren und mit einigen Paprikastreifen garnieren

Kokos-Erdnuss-Dip: Die geschälten Knoblauchzehen fein hacken. Die Chilischote entkernen und ebenfalls hacken. Die cremige Kokosmilch in einen Topf schütten. Gehackte Knoblauchzehen und Chilischote sowie die Erdnussbutter oder –creme auch in den Topf geben. Mit einer Prise Salz würzen und dann alles unter Rühren erwärmen, jedoch nicht kochen. Danach in eine Schüssel umfüllen und eventuell mit einigen Erdnusskernen garnieren.

Honig-Senf-Dip: Saure Sahne, Salatcreme oder Mayonnaise, Honig und Senf in eine Schüssel geben. Kräftig mit Pfeffer und Salz abschmecken und alles gründlich verrühren. Optional mit schwarzen Senfkörnern oder einem Kräuterzweig garnieren.

Kräuter-Dip: Das Toastbrot entrinden und in Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und in größere Stücke schneiden. Die Kräuter waschen, trocken schütteln und hacken. Alles in ein geeignetes Gefäß geben und Essig sowie Olivenöl hinzufügen. Optional mit Pfeffer und Salz würzen. Dann alles fein pürieren. In eine Schüssel umfüllen und mit einem Kräuterzweig garnieren.

Zusatzinfo:

Vier verschiedene und schnell zubereitbare Dips bzw. Soßen, die eine breite Palette an Geschmacksnuancen abdecken. Universell für Buffet, Raclette, Heißer-Stein-Grill oder Fondue verwendbar.

Ursprünglich veröffentlicht:

www.brigitte.de

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